Mit dem Rucksack durch Tansania

Nachdem ich hier schon lange nichts mehr von mir hören habe lassen, gibt es wieder einiges zu erzählen. Die Wochen vor Weihnachten waren mit Vorbereitungen für verschiedene Fundraiser vollgepackt. Zum einen habe ich zusammen mit unserer Projektkoordinatorin Estelle ein Video gedreht, mit dem wir Jürgens Vater Danke sagen wollten. Dieser hat unsere Charity nämlich über die Jahre hinweg finanziell unterstützt und dadurch das ein oder andere Projekt überhaupt erst möglich gemacht. Das Video wurde dann bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand gezeigt und hat in Kombination mit seiner Bitte, statt Abschiedsgeschenken lieber unsere Organisation zu unterstützen, einiges an Spendengelder eingebracht. Zudem hatte ich ja auch noch meine eigene Spendenaktion am Laufen, bei der ich super glücklich mit dem Ergebnis bin. Ich war echt überrascht, wie viele auf meinen Spendenaufruf reagiert haben und hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass so viel zusammen kommt. Ein Riesen Dankeschön hier an jeden Spender, der es ermöglicht hat, das Ziel von 2000€ zu knacken.

Hinter mir liegen aber auch 3 ereignisreiche Wochen mit vielen neuen Eindrücken. Die Wochen um Weihnachten und Neujahr haben wir (Luis, Phillip und ich) nämlich zum Reisen genutzt. Am 20.Dezember sind wir frühs um 5 Uhr in Mwanza aufgebrochen. Nach einer ca. 16-stündigen Busfahrt, auf der ich bereits nach 2 Stunden angekotzt wurde und die insgesamt recht abenteuerlich verlief (waghalsige Überholmanöver, Reifenpannen,…) kamen wir in Moshi an. Dort haben wir dann viel mit einem spanischen und einer rumänischen Backpackerin unternommen, die wir bereits in Mwanza kennengelernt hatten. Auch wenn die beide schon ein gutes Stück älter als wir waren, haben wir uns gerade mit Aleix, der uns dann auch auf unserer weiteren Reise begleitet hat, super verstanden. Moshi selbst ist Startpunkt für die meisten Kilimanjaro Touren, hat neben dem Dach Afrikas aber auch noch mehr zu bieten. Wir sind zum Beispiel zu einem Wasserfall gewandert, haben uns durch eine Kaffeeplantage führen lassen und waren in den „Hot Springs“ baden.

Von Moshi aus ging es dann mit dem Bus weiter in die Usambara Mountains nach Lushoto. Mit 7 Stunden war die Fahrt zwar um einiges kürzer, viel angenehmer jedoch auch nicht. Während sich unser völlig überfüllter Bus die engen Serpentinen hochquälte, kam mir öfters der Gedanke, „Wenn uns hinter der Kurve was entgegenkommt, dann war’s das.“ Zum Glück kamen wir aber heil an, so dass dem Wandern nichts im Wege stand. Von Lushoto aus lassen sich verschiedene mehrtägige Trekkingtouren durch das Gebirge und auch die ein oder andere Radtour in Angriff nehmen. Wir entschlossen uns allerdings dazu nur zwei Tagestouren zu verschiedenen Aussichtspunkten machen. Die Landschaft war gerade jetzt nach der Regenzeit sehr schön anzuschauen. Wahnsinnig grün alles und die Aussicht vom Irente View Point war grandios… auch wenn Luis und ich uns schon wohler gefühlt haben, als beim Anblick des 800 Meter tiefen Abgrunds.

Nach Lushoto war Bagamoyo unser nächster Stop. Auf jeden Fall die unbequemste Fahrt, im schlechtesten Bus, der zudem nicht direkt in Bagamoyo hielt, sondern uns irgendwo an der Straße rauswarf, so dass wir das letzte Stück zu Fuß zurücklegen müssten. Bagamoyo war einst Hauptstadt der deutschen Kolonie und soll einen großen Sklavenmarkt besessen haben. Viel zu sehen gab es aber dennoch nicht und so waren wir froh, als wir hörten, dass unser Hostel eine Fähre nach Sansibar organisieren kann und wir dafür nicht einmal nach Dar es Salaam müssen. Am Abend vor der Abreise haben wir dann allerdings die Information erhalten, dass wir doch nicht übersetzen können. Bei diesem Wetter (eigentlich nur ein bisschen bewölkt) sei die Gefahr zu kentern schlicht zu hoch. Also doch wieder in einen Bus gequetscht, nochmal umgestiegen und schließlich die Fähre in Dar es Salaam genommen. Gut mittlerweile waren wir diese Form des Reisen gewohnt 😉

Sansibar war dann erstmal ein bisschen befremdlich für mich. Nicht falsch verstehen, es ist wirklich eine sehr schöne Insel mit wunderschönen Stränden, aber nach 4 Monaten auf einmal wieder mehr Weiße als Dunkelhäutige um sich herumzuhaben, ist irgendwie doch komisch, da es ja letztendlich immer noch Tansania ist. Nach dem wir eine Nacht in Stone Town, der „Hauptstadt“ Sansibars verbrachten, ging es am nächsten Tag per Daladala weiter nach Jambiani an die Ostküste. Im Daladala hatten wir dann wieder ausschließlich Einheimische um uns herum. Der gewöhnliche Tourist gönnt sich halt den Komfort eines Taxis, statt sich in einen überfüllten Kleinbus zu zwängen. In Jambiani angekommen, mussten wir leider feststellen, dass Google Maps unser Hostel mit einer Ruine verwechselt hat und so durften wir uns bei über 30 Grad erstmal auf die Suche nach unserer Unterkunft begeben. In der verbrachten wir dann nur 3 Nächte, bevor sich Phillip von uns verabschiedete, wir Felix von Sansibars Flughafen abholten und mit ihm nach Kiwengwa fuhren. Dort waren wir dann noch eine Woche in einem Apartment nahe am Strand, ehe es gestern für mich zurück nach Mwanza ging und für die beiden Anderen weiter nach Indonesien. Zwar hatten wir drei echt eine mega coole Woche und ich bedauere es, dass die Zeit so schnell verging, Kiwengwa an sich kann ich trotzdem nicht wirklich weiterempfehlen. Der Ort ist sehr touristisch und befindet sich quasi im Besitz von Italienern. Überall wird Italienisch gesprochen, italienische Restaurants und Hotelanlagen reihen sich nebeneinander und selbst von den „Fake Massai“ wird man teilweise auf Italienisch angesprochen. Leider hat gerade in dieser Woche neben uns auch der Wind Urlaub gemacht und so wurde aus meinem Plan das Kitesurfen zu lernen leider nichts. Ist schade, wird aber mit Sicherheit auch nicht meine letzte Gelegenheit dazu gewesen sein.

Seit gestern Abend bin ich jetzt wieder in Mwanza und freue mich schon auf die letzten 5 Wochen. Aktuell bin ich noch allein, aber bereits nächste Woche kommen 3 neue Freiwillige, zwei Deutsche und ein Franzose. Das wird mit Sicherheit auch sehr cool. Nochmal Teil einer ganz neuen Gruppe sein, die anderen einarbeiten und ihnen Mwanza zeigen. Zudem wird Estelle jetzt auch etwas kürzer treten, da sie im November ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat, so dass noch mehr Aufgaben an uns hängen bleiben, was ja aber auch die Chance birgt sich noch mehr einzubringen und unsere Organisation mitzugestalten.

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