Nyama Choma – Barbecue mal anders

Zehn Wochen sind wir nun schon in Mwanza und speziell die letzten Wochen, seit der Eröffnung des neuen Sportzentrums, vergingen wie im Flug. Mittlerweile ist halt auch nicht mehr so viel neu wie anfangs und der Alltag, der sich eingestellt hat, verstärkt mit Sicherheit auch das Gefühl, dass die Zeit so schnell verstreicht. Trotzdem oder gerade deswegen versuche ich noch mehr bzw andere Einblicke zu bekommen, weshalb ich auch für jede Einladung, die ich von Tansaniern erhalte, mega dankbar bin. Letztendlich sind wir volunteers nämlich schon viel unter uns, was uns vielleicht manchmal daran hindert, uns noch stärker auf die Kultur einzulassen und Begegnungen mit Einheimischen zu machen.

Letztes Wochenende habe ich zum Beispiel mit Japhet, dem Jugendtrainer in Sabasaba, den Gottesdienst besucht und bin anschließend noch seiner Einladung zum Mittagessen gefolgt. Zuerst stand eine Bibelstunde an, bei der in verschiedenen „Klassen“ über Texte diskutiert wurde. Zum Glück gab es auch eine Englischklasse, so dass ich hier, anders als im zweiten Teil, noch folgen konnte. Dieser bestand dann nämlich aus verschiedenen Predigten und Liedern, leider alle auf Swahili, weshalb sich dieser Teil, auch aufgrund der Dauer von zwei Stunden, als recht zäh und ein bisschen langweilig gestaltete. Danach mit Japhet Mittag zu essen war wiederum ziemlich cool. Serviert wurde, wie fast überall, natürlich Reis mit Bohnen, was aber ganz lecker war und da Japhet sogar einen Fernseher besitzt, konnten wir nebenbei noch die Wiederholung irgendeines EM-Quali Spiels ansehen.

Gestern gab es für mich ein weiteres Highlight. Kizito, der für Sport Zuständige Beamte der Stadt, hatte mich gefragt, ob ich ihn zu einem Barbecue bei einem Freund begleiten möchte. Natürlich habe ich da zugesagt. Das ganze stellte sich vor Ort dann als Schlachttag heraus, zu dem wir aber einige Minuten zu spät kamen, um das Ableben des Schafes mitzubekommen. Dafür bekamen wir jedoch zu sehen, wie so ein Tier auseinander gelegt und ausgenommen wird und bei der Zubereitung halfen wir natürlich auch mit. Es gab auf jeden Fall eine große Vielfalt an verschieden zubereiteten Gerichten. Zum einen lag durchgehend Fleisch auf dem Grill, welches immer wieder kleingeschnitten und verteilt wurde. Außerdem wurde aus dem Fleisch eine Suppe gekocht, die sozusagen als erster Gang fungierte, super schmeckte und vor allem mega zartes Fleisch enthielt. Anschließend gab es Ugali, einen afrikanischen Maisbrei und dazu einen Eintopf, in den neben normalem Fleisch auch Leber, Nieren und Magen mit eingekocht wurde. Zusammen mit Spinat hat auch das erstaunlich gut geschmeckt. Der dritte Gang allerdings hat es mir nicht so wirklich angetan. Dafür wurde nämlich der Darm kleingeschnitten, in Wasser gekocht und das ganze wieder als Suppe serviert. Um ehrlich zu sein, hat es ähnlich geschmeckt wie gerochen und wonach eine aus frischem Darm gekochte Suppe riecht, kann sich ja jeder denken. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings schon einiges an K-Vant getrunken und der Gin neutralisierte den Geschmack der Suppe gut genug, um eine Anstandsportion davon hinunter zubekommen.
Insgesamt bin ich echt froh, diese Erfahrung gemacht und solch einen Schlachttag miterlebt zu haben. Ich denke, bei uns Zuhause landet meist nur das Steak aus dem Supermarkt oder der Metzgerei auf dem Teller, das Ganze scheint selbstverständlich zu sein und das Bewusstsein, dass dafür ein Tier mit seinem Leben bezahlen musste geht dabei verloren. Ich selbst bin bei weitem kein Vegetarier und möchte es auch nicht werden, dafür hat es mir gestern wieder viel zu gut geschmeckt. Ich bin aber schon der Meinung, dass Fleisch etwas besonderes sein sollte und nicht jeden Tag auf dem Teller und erst Recht nicht in der Mülltonne landen sollte. Deshalb habe ich mir jetzt auch vorgenommen, fortan weniger Fleisch bewusster zu essen und auch wenn es blöd klingen mag, dem Tier gewissermaßen dankbar dafür zu sein. Mal schauen wie das klappt. 😉

Was mir hier die letzten Wochen außerdem noch aufgefallen ist und was ich mega cool finde, ist die Fähigkeit der Fundis (Handwerker) so gut wie alles zu reparieren. Speziell mit dem Schuster bei uns um die Ecke habe ich zwei sehr positive Erfahrungen gemacht, die ich in Deutschland so wahrscheinlich nie hätte machen können. Zum Einen ist bei meinen Basketballschuhen vor ein paar Wochen eine der Schnürsenkelösen gerissen. Kein seltenes Problem und Zuhause meist Anlass sich neue Schuhe zu kaufen, denn das einzige Mal als ich sie zum Schuster brachte, hat das 15€ gekostet und nur wenige Wochen gehalten. Nicht so hier, wo ich 20 Cent für eine extrem gut verarbeitete Lösung aus Leder zahle. Zum Anderen ist bei einer meiner Adiletten der obere Teil abgerissen, während wir hier gleichzeitig kaputte Volleybälle rumliegen hatten. Also dachte ich mir warum nicht aus zwei kaputten Sachen eine Funktionstüchtige machen und ich muss sagen, das Ergebnis find ich wirklich richtig cool.

Big Bang Ballers

Ereignis- und abwechslungsreiche Tage liegen hinter mir, die ganz im Zeichen der Big Bang Ballers standen. Die Big Bang Ballers sind eine in mehreren Ländern aktive NGO, die versucht – getreu ihrem Motto „Making a difference through basketball“ – Kindern aus sozial schwachen Familien und/oder Kindern mit Behinderung Basketball, aber auch Sport im Allgemeinen, näher zu bringen. 11 Volunteers des französischen Ablegers dieser Organisation haben uns für 10 Tage in Mwanza besucht und unter anderem ein 3×3 Basketballturnier gesponsert, das sie in Kooperation mit uns ausgerichtet haben. Dies war allerdings nur ein Teil ihres bunten Rahmenprogramms, der auch nur ein Wochenende in Anspruch nahm und so konnte ich zusammen mit ihnen einige Orte besichtigen, für die ich mir selbst noch nicht die Zeit genommen hatte.

Da ihr Flieger Mittwoch morgens landete, nutzten sie den ersten Tag hauptsächlich um Geld zu wechseln, Sim-Karten zu kaufen und sich zu erholen. Nachdem sie dann am Donnerstag mit Josephine das Waisenhaus besichtigten und dort eine Sportstunde durchführten, lernte ich sie erst Freitag morgens bei unserem gemeinsamen Frühstück kennen. Ein Teil unserer Volunteers besuchte mit ihnen die Morgenzeremonie der Sabasaba Grundschule, während wir anderen das Frühstück vorbereiteten. Mir kam dabei die Aufgabe zu, 40 Chapati (dünne Fladenbrote) und 20 Vitumbua (Reis-Kokosnuss Donuts) an unserem Stamm-Chapatistand zu besorgen. Eineinhalb Stunden Wartezeit und einen kostenlosen, übertrieben gesüßten Chai Tee später, machte ich mich auf den Rückweg zum Charityhaus, wo bereits alle sehnsüchtig auf mich bzw. eher auf die Frühstücksgrundlage warteten. Nach unserem reichlichen Frühstück brachte ich die Franzosen zurück zum Sabasaba Schul-/Sportgelände, wo sie mit allen Schülern Trainings in den verschiedenen Sportarten absolvierten. Hier half ich zwar nur beim Basketball und kann deshalb nicht sagen, wie es bei den anderen Sportarten ablief, doch über 80 Kinder hatten wieder eine Menge Spaß beim Passen, Dribbeln und Werfen auf dem Basketballfeld. Obwohl hier die Trainingsbedingungen viel schlechter, als bei uns zuhause sind, brauchen die Kinder nicht viel mehr als einen Ball in ihren Händen, um glücklich zu sein. Das ist ohnehin ein Unterschied zu Trainings in Deutschland, wo ich den Verdacht habe, dass manche Kinder nur zum Training kommen, weil ihre Eltern sie dort hinschleppen und auch die Franzosen konnten diesen Eindruck bestätigen.

Samstag früh startete dann das Turnier. Der Plan war am Vormittag die Mädchen und Jungs spielen zu lassen, um dann den Nachmittag und den Sonntag für die Seniors zu haben, wo wir auch mit einem Team und die Franzosen sogar mit zwei antreten wollten. Da wir uns aber nicht sicher sein konnten, wie viele Teams tatsächlich kommen würden, mussten wir den Spielmodus und -plan spontan morgens erstellen, weshalb wir bereits ab 8 Uhr am Court waren. Außerdem mussten wir noch mehrere Kanister Wasser und Plastikbecher besorgen, was sich ebenfalls als kein leichtes Unterfangen herausstellte. 50 Liter Wasser waren schnell besorgt, doch Plastikbecher waren in der näheren Umgebung nicht erhältlich. Also schnappten Valentin und ich uns schnell zwei Motorradtaxis und baten die Fahrer uns zum nächsten Supermarkt, der Plastikbecher in seinem Sortiment führt, zu fahren. Dass sich die Kommunikation wieder schwierig gestaltet, merkten wir als die Fahrer an einem Kiosk hielten und wenig später mit zwei weiteren Kanistern Wasser statt mit Plastikbechern herauskamen. Das ist eben Tansania, manchmal nervig, aber letztendlich eigentlich witzig und nicht so wirklich tragisch, da hier niemand mit den Augen rollt, wenn ein Turnier später startet oder die Spieler anfangs ohne Wasser auskommen müssen. Am Vormittag waren wir dann als Turnierleitung und Schiedsrichter tätig, während es vor allem bei den Mädchen hochklassige und spannende Matches zu sehen gab. Verantwortlich dafür waren die Teams des Internats aus Magu, die ich jetzt schon mehrfach besuchen konnte und die wirklich eine gute basketballerische Ausbildung erhalten. Am Nachmittag starteten dann wir Seniors. Da man einen Auswechselspieler pro Team brauchte, verpflichteten Richard, Garry und ich kurzerhand noch einen Local, um unseren Kader zu vervollständigen. Nachdem wir das erste Spiel direkt unglücklich per BuzzerBeater verloren, konnten wir anschließend 2 Siege gegen den späteren Turniersieger und gegen eines der französischen Teams einfahren, ehe ich erbrechen musste und im letzten Spiel, das wieder knapp verloren ging, für nichts mehr zu gebrauchen war. Was die Ursache für meine Übelkeit war konnte ich nicht abschließend klären, doch vermute ich, dass die Kombination aus Hitze, Sonne, körperlicher Anstrengung, 2 Portionen Reis mit Bohnen und einem Liter Pepsi sich nicht wirklich gut vertragen hat und so sollte es nicht das einzige Mal bleiben, dass ich mich an diesem Tag übergeben musste. Die Thermoregulation, die mein Schwerpunktthema im Sportabi war, scheint da nicht mehr ausreichend funktioniert zu haben und nachdem ich mich am Sonntag auch nicht wirklich besser fühlte und Garry ohnehin andere Pläne für den Tag hatte, mussten wir unser Team leider zurückziehen und unseren Platz im Viertelfinale räumen.

Bereits am Montag fühlte ich mich schon wieder wesentlich besser und so konnte ich mit Gary, Luis und Phillip die Franzosen durch die Stadt führen, um die wenigen touristischen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Dienstag standen dann auch für mich mal zwei völlig neue Programmpunkte an. Zuerst besuchten wir eine Behinderteneinrichtung, wo Menschen mit verschiedensten Behinderungen unterrichtet werden und versucht wird, sie für Nischen im Arbeitsmarkt auszubilden, wo sie unterkommen können. Diejenigen, die das nicht schaffen werden aber nicht auf die Straße gesetzt, sondern produzieren Souvenirs und Gebrauchsgegenstände von Weihnachtskarten bis Kochschürzen, durch deren Verkauf sich die Einrichtung zum Teil auch finanziert. Mega coole Sache, wenn man mich fragt und ich bin mir sicher, dass ich bevor ich gehe nochmal dort vorbeischauen werde. Danach haben wir uns auf den äußerst holprigen Weg zum Fischerdorf Igombe gemacht, wo es außer Booten und betrunkenen Fischern nicht sonderlich viel zu sehen gab. Donnerstag gings dann für mich bereits das dritte Mal nach Magu. Auf halber Strecke stoppten wir jedoch um ein Museum zu besuchen, in dem das Leben des Sukuma Stamms vorgestellt wird. An sich echt interessant, die Führung hätte aber durchaus etwas spannender gestaltet werden können. Dennoch gabs ein paar tolle Sachen zu sehen, wie das Trommelhaus oder ein Brettspiel, mit dem Streitigkeiten zwischen den Stammesmitgliedern ausgetragen oder um zweite Ehefrauen gespielt wurde. Der Besuch auf dem Magu Campus danach war so cool wie immer. Man merkt einfach, dass dort eine besondere Atmosphäre herrscht und alle unendlich dankbar für unsere Besuche und jeden noch so banalen Tipp sind. Nach einer kurzen Tour über das Gelände, konnten wir erst bei einem schulinternen Match zusehen und dann selbst gegen das Mädchenteam inklusive deren Trainer antreten. Hat auf jeden Fall ordentlich Spaß gemacht, weshalb ich in Zukunft auch gerne öfter den etwas längeren Weg dorthin auf mich nehmen werde.

Ein ganz anderes Spektakel, dem ich noch bevor uns die Franzosen besuchten beiwohnen konnte, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Vorletzten Mittwoch waren wir nämlich bei einem tansanischen Erstligaspiel. Mbao aus Mwanza empfing die Young Africans aus Dar es Salaam, die neben Simba der erfolgreichste Club in Tansania sind. Die beiden machen die Meisterschaft meistens unter sich aus, weswegen ihnen auch überall die Sympathien zu fliegen und betrachtet man lediglich wie die Anhänger verteilt sind, haben sie eigentlich nie Auswärtsspiele. So auch nicht in Mwanza, wo mehr als die Hälfte der Zuschauer die grün-gelben Outfits von „Yanga“ trugen. Das Spiel an sich hatte kein allzu hohes Niveau, unterhaltsam war der 1:0 Sieg der Mannschaft aus Dar es Salaam dennoch. Meine zwei Höhepunkte hatten auch eher weniger mit dem Spiel an sich, sondern mehr mit der tansanischen Fankultur zu tun. Zum einen ist während der Halbzeitpause ein Hexer aus der Yanga Kurve aufs Feld gestürmt, hat das Tor von Mbao 3 mal umkreist und versucht es zu verfluchen, während die Mbao Fan neben uns völlig am verzweifeln waren und wenig später einen Jungen mit einer Wasserflasche zum Tor geschickt haben, der das anscheinend säubern sollte. Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass Aberglaube zumindest im Sport hier eine große Rolle spielt. Zum anderen wurde einigen „Yanga“ Fans, die sich beim tanzen und feiern zu weit ins Mbao Territorium vorgewagt haben, eine Fahne geklaut, die dann von den Heim-Fans unter großem Gejubel verbrannt wurde. Das Spiel mit dem ganzen Trubel drumherum war die umgerechnet 2€, wofür man in Deutschland wahrscheinlich grad mal ein Kreisligaspiel verfolgen könnte, auf jeden Fall wert und auch wieder eine ganz besondere Erfahrung.

SabaSaba Opening

Da die letzte Woche mit der Eröffnung des neuen Sports Centers und dem Besuch unseres Charity Gründers Jürgen ziemlich ereignisreich und aufregend war, habe ich keine Zeit zum Schreiben gefunden, weshalb es jetzt aber umso mehr zu berichten gibt. Zuallererst hat unsere Gruppe mit Richard und Phillip Zuwachs bekommen, dafür ging gestern Abend Manus Flieger zurück in die Schweiz. Richard ist bereits letzte Woche gekommen und wird nicht nur für die Charity arbeiten, sondern vormittags auch noch ein Praktikum bei einem Anwalt absolvieren. Da bin ich schon richtig gespannt, was für Geschichten wir zu hören bekommen und worin so die großen Unterschiede zu unserem deutschen Rechtssystem bestehen, einige konnten wir nämlich auch schon live auf der Straße miterleben😕.  Phillip hingegen hat das SabaSaba Opening leider verpasst, weil er erst gestern zu uns gestoßen ist.

So cool das Eröffnungsevent am Ende auch war, ähnlich nervenauftreibend waren auch die Tage zuvor. Zum Einen standen noch einige Arbeiten aus, die an den verschiedenen Feldern fertigzustellen waren und zum Anderen mussten wir einen Zeitplan für die Eröffnung entwerfen, die verschiedenen Teams einladen und versuchen dafür Sorge zu tragen, dass auch wirklich alle pünktlich erscheinen.  Indem wir allen Teams erzählten ihr Spiel startet 2 Stunden früher, als es tatsächlich eingeplant war, haben wir das sogar geschafft. Hatten wir beispielsweise den Anstoß auf 14 Uhr gelegt, luden wir die Mannschaften für 12 Uhr ein, was erstaunlich gut geklappt hat. Kleine Probleme gab es nur beim Basketball, wo die Teams in Eigenregie einen Turniermodus entwickelten. Dadurch wurde der Zeitplan mehr als nur ein bisschen durcheinander gebracht, was letztendlich aber niemanden störte, da alle genug Zeit zum Spielen hatten und darum ging es uns ja hauptsächlich. Insgesamt war es einfach ein tolles Event, mit spannenden Matches in allen Sportarten, vielen Zuschauern, Musik, offiziellen Reden, usw. Noch viel schöner ist es aber zu sehen, wie stark das Sportzentrum die ersten Tage genutzt wurde. Auf allen Feldern herrscht jeden Nachmittag reger Betrieb, beim Basketball sind teilweise sogar bis zu 30 Kinder, die von Spielern der Herrenmannschaft und mir angeleitet werden und es freut mich echt, dass der Center und die Trainings so gut ankommen.

Dass das alles so mehr oder weniger reibungslos ablaufen würde, konnte ich mir zuerst nur schwer vorstellen. Speziell 2 Tage vor der Eröffnung als sich auf dem Basketballfeld noch keine einzige Linie befand und Jürgen zu mir meinte, ich soll mich da bisschen dahinterklemmen und schauen, dass alles richtig aufgezeichnet wird, kamen mir so meine Bedenken. Diese beiden Tage vor dem Opening verbrachte ich dann auch überwiegend auf dem Court, was glaub ich wirklich notwendig war, denn mehr als nur einmal kam es zu kleineren „Komplikationen“. Zum Beispiel als die Grundlinie bis zum Ende des Betons durchgezeichnet wurde oder als die Arbeiter beabsichtigten, den Ring auf den Boden zu malen, weil das auf der Vorlage, die ich ihnen vorbeigebracht hatte, ungefähr so aussah. Irgendwann kam dann der Punkt an dem Richard und ich selbst zum Pinsel griffen und uns den Zeichnern anschlossen, damit die Eröffnungsspiele stattfinden konnten.

Schade finde ich, dass Jürgen nicht länger bleiben konnte, aber sein Job in Deutschland und ein paar Meetings, die er noch in Dar es Salaam wahrnehmen muss, machen das leider nicht möglich. Auf jeden Fall kennen wir uns dank ihm jetzt deutlich besser im Nachtleben hier aus.😉 Aber auch abseits davon hatten wir einige produktive Meetings über die strategische Ausrichtung der Charity und er hat mit uns ein bisschen unsere Aufgabenbereiche abgesteckt und uns den Druck genommen, als Einzelner so wahnsinnig viel verändern zu müssen. Viel mehr sollte es unsere „große Aufgabe“ sein, noch tiefer in die Kultur einzutauchen, Gespräche zu führen, Freundschaften zu schließen und voneinander zu lernen, denn sobald dann mal eine solide Vertrauensbasis zwischen den Locals und uns besteht, wird es mit Sicherheit auch einfacher eigene Ideen mit einfließen zu lassen und etwas zu bewegen. Mir hat er außerdem geholfen zu erkennen, dass ich mich bisher zu stark auf den Sport, die Trainings, usw. versteift und vieles aus der Perspektive des Leistungssports gesehen habe, was aber nicht wirklich zielführend ist und auch nicht dem Zweck der Charity entspricht. Primär geht es uns ja darum erstmal den Breitensport zu fördern und keine Talentschmiede zu entwickeln. Da ich in SabaSaba jetzt die Möglichkeit bekomme, das Jugendprogramm so ein bisschen mitaufzubauen, war es glaub ich ganz gut, dass mir das rechtzeitig klar wurde und ich jetzt mit weniger Erwartungen, dafür aber hoffentlich mit noch mehr Motivation und Spaß diese Aufgabe angehen kann.

Die Arbeit startet so langsam

Nach mittlerweile fast 3 Wochen, die wir nun in Mwanza sind, haben wir uns denke ich ganz gut eingelebt und finden uns jetzt auch allein halbwegs in der Stadt zurecht, zumindest auf den für uns relevanten Wegen. So langsam stellt sich auch etwas ein Rhythmus ein, was den Tages- bzw. Wochenablauf anbelangt, wobei dann natürlich zwischendrin auch immer wieder völlig neue Aufgaben dabei sind und man ständig andere Sachen zu sehen bekommt.

Dienstags, donnerstags und samstags gehen Manu und ich morgens immer nach Mirongo, wo die Charity ihren ersten Sports Center eröffnet hat. Dort warten mal mehr, mal weniger Jugendliche auf uns, mit denen wir dann Koordinations- und Individualtraining machen. Diejenigen, die tatsächlich erscheinen sind immer total motiviert und zeigen den Willen sich zu verbessern, gleichzeitig ist es manchmal aber auch nervig, wenn man um 7 Uhr aufsteht, um dann letztendlich nur einen Spieler anzutreffen. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass sich die Trainingsbeteiligung in den nächsten Wochen steigern wird, nachdem ich die Woche mal im Nachmittagstraining ein bisschen Werbung für unsere Einheiten gemacht hab. Natürlich müssen die Jüngeren frühs zur Schule gehen, deshalb arbeiten wir da eher mit Jungs in meinem Alter, deren Niveau aber zum Teil stark auseinandergeht, was das Training leider zusätzlich erschwert. Manchen sieht man sogar echt an, dass sie nicht nur über 2 Meter groß sind, sondern auch einiges an Talent mitbringen, doch auch denen fehlen viele, viele Grundlagen und koordinativ befinden sich sowieso fast alle auf dem Level von Grundschülern, weshalb wir ganz viel Zeit über der Koordinationsleiter verbringen.

So gegen 10 Uhr vormittags kommt dann unsere Projektkoordinatorin Estelle ins Freiwilligenhaus und wir halten verschiedene Meetings ab. Freitags sprechen wir beispielsweise immer über die vergangene Woche, was wir Positives bzw. Negatives erlebt haben, was wir uns für die nächste Woche vornehmen und meistens entwickelt sich daraus eine rege Diskussion. Montags diskutieren wir über unterschiedliche Themen, diese Woche waren das z.B. die kulturellen Unterschiede zwischen unseren Heimatländern und Tansania. Ansonsten geht es meistens einfach nur über Sachen die so anstehen, wie der Bau und die Eröffnung des nächsten Sports Center, das ja unter anderem durch unseren DHG-Lebenslauf finanziert wurde. Nach diesen Meetings geht jeder so ein bisschen selbstständig seinen Aufgaben nach, z.B. organisieren Garry und ich aktuell ein 3×3 Basketballturnier, das Ende Oktober stattfinden soll. Luis kümmert sich um die wöchentlichen Posts auf dem Instaprofil „sportscharitymwanza“, auch darauf könnt ihr gern mal einen Blick werfen.  Häufig versuchen wir uns danach auch noch an Swahili, bisher haben wir aber noch nicht viel mehr als Begrüßungen und einfache Fragen drauf, was aber immerhin schon für den Gemüsemarkt und das Frühstück holen reicht. Nachmittags und abends geht es dann wieder ins Training. Hier find ich es besonders cool, dass ich jederzeit sagen kann: „Ne mir reichts grad mit Basketball, heut zock ich mal beim Volleyball oder Fußball mit“ Diese Vielfalt hat mir die letzten Jahre ein bisschen gefehlt und es ist schon nochmal was anderes, wenn der Spaß tatsächlich immer im Vordergrund steht.

Die Wochenenden hingegen schauen denk ich immer etwas anders aus. Vergangenen Samstag hatten wir etwa ein Fußballspiel, für das uns Kiba Mitspieler & und eine gegnerische Mannschaft besorgt hat. Ich wurde, wahrscheinlich aufgrund meiner Größe, in die Spitze gestellt und auch wenn es mit Sicherheit nicht sonderlich elegant aussah, was ich dort vorne veranstaltet habe, konnte ich 2 Tore zu unserem 6:3 Sieg über Halotel Mwanza beitragen.

Dieses Wochenende steht jetzt eine Trainerfortbildung an, die Manu für Sonntag vorbereitet hat und für Samstag wurden wir zu einer Feier im Waisenhaus eingeladen. Darauf freue ich mich besonders, da ich mir ohnehin vorgenommen habe auch ein paar Einblicke in andere Projekte zu erlangen. Am Mittwoch bin ich deshalb auch mit Manu nach Magu gefahren (ca. 2 h entfernt), wo wir eine Privatschule besucht und zwei Trainings durchgeführt haben. Diese Schule eingeschlossen des ganzen Campus auf dem man sogar campen kann, wurde von einem Amerikaner gegründet und steht nur der Unter- / Mittelschicht zur Verfügung. Sie verfolgt ein völlig anderes Konzept, als die staatlichen Bildungseinrichtungen und es war wirklich cool zu sehen, was man hier alles erreichen und verändern kann. Dass den Kindern andere Werte vermittelt werden hat man auch später in den Einheiten gemerkt. Zwar waren die Grundschüler ziemlich aufgedreht und unkonzentriert, doch gerade bei den Secondaries hat sich gezeigt, dass sie wahnsinnig aufmerksam, diszipliniert und vor allem dankbar für unser Training waren, obwohl wir noch nicht mal groß was vorbereitet hatten.

Safari

Eigentlich hatten wir nicht geplant bereits unser erstes Wochenende in der Serengeti zu verbringen, aber da Garry, Manu und dessen Freundin, die aktuell zu Besuch ist, noch nach Begleitern gesucht haben um die Kosten zu teilen, hat es sich so ergeben. Natürlich hatten wir überlegt, ob es nicht besser wäre erstmal so richtig anzukommen und uns einzuleben, andrerseits dachten wir uns dann auch, dass es in der Gruppe mit Sicherheit cooler sein wird und wir wie erwähnt auch Kosten sparen können. Aufgebrochen sind wir bereits am Freitag mit unseren beiden Guides Kiba und Emma. Kiba ist der Sohn unserer Hausmama, die für uns wäscht und hat gerade sein Studium zum Safari Guide beendet. Jetzt sammelt er sozusagen nur noch Praxiserfahrung mit erfahreneren Kollegen um die besten Routen und Spots kennenzulernen.

Nachdem wir erstmal drei Stunden später als geplant losgekommen sind, was hier bisher aber auch nichts völlig Unübliches zu sein scheint, fuhren wir circa zweieinhalb Stunden bis zu einer kleinen Stadt am Rande der Serengeti, wo wir übernachteten. Am nächsten Morgen standen wir dann extra früh auf und verzichteten auf das Frühstück, um die Ersten am Gate zu sein, wo wir dann aber leider zwei Stunden warten mussten, weil mit unserer Buchungsnummer irgendwas nicht stimmte. Sobald wir dann aber mit unserem LandCruiser, der eher einem Tank glich, in den Nationalpark durften, wurden wir schnell dafür entschädigt. Wirklich in Worte fassen kann man das meiner Meinung auch nicht, so viele fantastische Tiere wie man dort aus nächster Nähe und in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kann. Von Giraffen, über Hippos und Wasserbüffel, bis Löwen und Leoparden, haben wir alles gesehen. Vor allem den ersten Elefanten fand ich was Besonderes, weil es einfach genial ist, wenn plötzlich so ein gigantisches, massives Tier direkt neben dir steht. Das einzige Mitglied der Big Five, das sich uns leider nicht gezeigt hat, waren die Rhinos, was aber zu erwarten war, schließlich gibt es im ganzen Park nur 45 davon. Abenteuerlich war dann auch nochmal unsere Übernachtung im Zelt, bei der unsere Nachtruhe gegen halb 4 von den Geräuschen einiger Hyänen gestört wurde. Nicht viel später sind wir dann aber auch schon wieder losgefahren, um die Sonne über der Savanne aufgehen sehen zu können. Nach unserem eigenen Frühstück gegen 9 hatten wir sogar noch das Glück einigen Löwen bei ihrem zuzusehen, was neben uns aber auch noch viele weitere Parkbesucher anlockte und somit etwas an Reiz verlor, trotzdem aber natürlich noch mega fett war. Insgesamt kann ich nur sagen, dass das Wochenende eine einmalige Erfahrung war und ich wahnsinnig froh bin es in dieser Konstellation und auch so früh gemacht zu haben, denn sobald im November die kleine Regenzeit beginnt wird das Gras stark wachsen und viele Tiere wie Löwen und Geparden werden sich dazwischen verstecken und weniger häufig zu sehen sein.

Die ersten Tage

Nach unserer 24 Stunden Anreise, die allerdings ziemlich entspannt verlief und drei mit Informationen und Eindrücken vollgepackten Tagen, finde ich nun das erste Mal die Zeit ein bisschen was darüber zu schreiben. Natürlich kann ich noch nicht viel über unseren Tagesablauf berichten, das wird sich wahrscheinlich auch erst in den nächsten Tagen bzw. Wochen herausstellen aber von der Stadt und speziell unserer Unterkunft + näherer Umgebung konnte ich mir denk ich schon ein relativ gutes Bild machen.

Um ehrlich zu sein hab ich mir Mwanza anders vorgestellt. Zwar war ich darauf vorbereitet in einer etwas anderen „Welt“ zu landen, aber trotzdem hatte ich stärker das Bild einer Stadt vor Augen, natürlich nicht mit unserer europäischen Infrastruktur aber vom Aufbau her doch prinzipiell ähnlich. Diese Vorstellung trifft so wirklich lediglich auf den Stadtkern zu, wo es auch einige größere Hotels und ähnliches gibt. Von dort aus führen aber eigentlich in fast jede Richtung gut ausgebaute Straßen, an denen sich Viertel bzw. eher kleine Dörfer aneinanderreihen. Auf jeden Fall ist das Stadtbild eher ländlich geprägt und es kann durchaus sein, dass man sich auf einer Nebenstraße schnell mit einer Gruppe Ziegen wiederfindet. Ich persönlich finde das aber ziemlich cool, weil ich den Eindruck habe, dass dadurch ein größeres Gemeinschaftsgefühl zwischen den Leuten besteht. Außerdem erreicht man trotzdem schnell das Zentrum mit den DalaDalas (Vans in die sich gerne auch mal noch 5 Leute reinquetschen wenn alle Plätze schon belegt sind) oder den PikiPikis (Motorradtaxis und mit Abstand die schnellste Option, da ihre Fahrer keine roten Ampeln und auch sonst keine Verkehrsregeln kennen). Die Preise sind zudem äußerst moderat, im DalaDala zahlt man 400 Schilling, was umgerechnet nicht mal 16 Cent sind und die PikiPiki-Fahrer nehmen meist zwischen 2000 und 3000 TZS, was in etwa einem Euro entspricht.

Unsere Unterkunft, das Freiwilligenhaus liegt definitiv deutlich über den tansanischen Verhältnissen, wofür ich echt dankbar bin. Zwar sind die Zimmer recht klein und können außer einem Stockbett, einem Schrank sowie einem kleinen Tisch nicht viel vorweisen, allerdings braucht man m.M.n auch nicht viel mehr. Die Freizeitmöglichkeiten, die das Haus bietet entsprechen allerdings in jedem Fall europäischen Standard. Neben einer Dartsscheibe, einem Billardtisch und einer Tischtennisplatte im Garten, gibt es sogar eine Playstation mit der man dank eines Beamers im Kinoformat FIFA zocken kann. Und dann gibt es sogar noch ein kleines HomeGym mit zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Gewichten, die allerdings auch ihren Zweck erfüllen. Neben Luis und mir bewohnen aktuell noch Manu (Sportlehrer aus der Schweiz), Gary (ehemaliger Fußballprofi aus Florida, der mittlerweile aber in Finnland lebt), sowie Jona und Josephine (Pärchen aus Heilbronn, das witzigerweise bereits im Flieger neben uns saß) das Freiwilligenhaus. Auch wenn die alle schon ein gutes Stück älter sind als wir, sind sie wirklich cool drauf und ich glaube, dass es echt eine mega fette Zeit werden kann.

Gestern Mittag war ich dann noch mit Gary in der Stadt unterwegs. Nachdem wir uns erst in einem riesigen Straßenmarkt verirrt hatten, standen wir auf einmal vor einem der großen Hügel mit Felsen, die hier überall zu finden sind (nicht umsonst wird mwanza auch Rock City genannt). Jedenfalls beschlossen wir den Hügel hinaufzulaufen wobei wir erst feststellten, dass zwischen den Felsen Hütten sind und so standen wir plötzlich in der Küche einer tansanischen Familie. Deren Jungs waren so nett uns hoch auf den Hügel zu führen, wo ein altes von Security bewachtes Haus aus der deutschen Kolonialzeit stand. Die Security Männer haben uns dann eine Tour durch das Haus gegeben und gemeint, dass dort der deutsche Councilor gewohnt haben soll. Insgesamt echt eine coole Sache, weshalb wir ihnen dann auch ein bisschen was gegeben haben, als sie uns nach Geld gefragt haben.

Ostafrika statt Ostküste

Knapp 3 Monate ist es nun her, dass in mir die Entscheidung meine Work&Travel Pläne zu verwerfen und stattdessen als „Basketballentwicklungshelfer“ nach Tansania zu gehen, gereift ist. Konkret heißt das für mich: Soziale Arbeit im Projekt statt Trauben Pflücken auf Plantagen. Giraffen und Geparden statt Kängurus und Koalas. Ostafrika statt Ostküste. Obwohl sich dieser Sinneswandel innerhalb weniger Tage vollzogen hat, sind mir bisher überraschenderweise keinerlei Zweifel gekommen. Ganz im Gegenteil, seit Wochen steigt die Spannung und Vorfreude kontinuierlich an und ich kann es kaum erwarten morgen in den Flieger zu steigen.

In den vergangenen 3 Monaten habe ich aber auch viele Gespräche mit Familie, Freunden und Bekannten über den mir bevorstehenden Auslandsaufenthalt geführt und dabei nicht selten Sätze wie „Jetzt echt, ein halbes Jahr Afrika? Willst du dir das wirklich antun?“ oder „Warum jetzt auf einmal Tansania? Australien ist doch viel geiler“ zu hören bekommen. Also warum überhaupt? Warum auf einmal Afrika und dann speziell Tansania? Fragt man Leute, die einen längeren Auslandsaufenthalt planen nach ihrer Motivation, wird man denke ich meistens Dinge wie „Persönlichkeit weiterentwickeln“ oder „Horizont erweitern“ als Antwort erhalten. Mich treiben ähnliche Motive in die Ferne und da stellte sich mir die Frage, was den eigenen Horizont und die Persönlichkeit mehr bereichert, als in eine völlig neue Kultur einzutauchen und dort mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, die obwohl sie nur wenig besitzen, glücklicher, zufriedener und lebensfroher, als wir zu sein scheinen. Viel ist mir da nicht eingefallen. Neben diesen Überlegungen war es aber vor allem das Projekt, das mich von Anfang an total begeistert hat. Ich als Sportverrückter, der – würde es die Zeit erlauben – am liebsten alle Sportarten gleichzeitig betreiben würde, finde den Ansatz hinter der Sports Charity genial. Der Sport ist nämlich nicht nur eine willkommene Abwechslung im Alltag der meist arbeitslosen Jugend, sondern gleichzeitig eine Art Charakterschule, denn viele Situationen aus dem Sport lassen sich auch auf das tägliche Miteinander und andere Bereiche wie die berufliche Laufbahn übertragen. Aus eigenen Erfahrungen im Team – und Leistungssport kann ich sagen, dass dort wahnsinnig wichtige Eigenschaften wie Disziplin, Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz herausgebildet aber auch „Social Skills“ wie Fairness und ein respektvoller Umgang mit Gegen-/Mitspielern geschult werden. Und während sonst beim Lernen häufig schnell Langeweile und Resignation einsetzen, hat man bei diesen Lernprozessen einen ständigen Begleiter an seiner Seite, der dafür sorgt, dass der Spaß immer im Vordergrund bleibt: Den Ball 😉

Ich für meinen Teil hoffe jedenfalls, dass auch ich mir das ein oder andere von den Tansaniern abschauen kann. Wer mich etwas besser kennt wird wissen, dass etwa Spontanität und Geduld nicht zu meinen allergrößten Stärken zählen, ich Vorhaben meist sorgfältig durchplane und mitunter auch schnell gereizt bin sollte es dann mal ganz anders ablaufen. Hier wäre es mit Sicherheit kein Schaden ein bisschen die Gelassenheit der afrikanischen Mentalität zu übernehmen. Denn sind wir mal ehrlich, wann läuft schon alles wie geplant?

Über mich

Hi! Mein Name ist Jonas, ich bin 18 Jahre alt und vor kurzem mit der Schule fertig geworden. Bisher habe ich meine meiste Zeit dem Sport, vor allem dem Basketball gewidmet. Das wird sich wahrscheinlich auch in Zukunft nicht großartig ändern, jedoch wird der Leistungsgedanke dabei weit in den Hintergrund gerückt. Denn statt erneut mit dem Würzburger NBBL Team auf Korbjagd zu gehen, zieht es mich nach Tansania, wo ich zusammen mit Luis, einem meiner besten Freunde, für die Sports Charity Mwanza einen Freiwilligendienst absolvieren werde. Diese gemeinnützige Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, in der Region Mwanza Sportstätten zu errichten und nachhaltige Vereinsstrukturen anzulegen.

Mit diesem Blog möchte ich meinen Freunden, meiner Familie und allen Interessierten, die Möglichkeit bieten mehr über das Projekt und das Leben in Mwanza zu erfahren und somit ein Stück weit an meinem Auslandsaufenthalt teilzuhaben.

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