SabaSaba Opening

Da die letzte Woche mit der Eröffnung des neuen Sports Centers und dem Besuch unseres Charity Gründers Jürgen ziemlich ereignisreich und aufregend war, habe ich keine Zeit zum Schreiben gefunden, weshalb es jetzt aber umso mehr zu berichten gibt. Zuallererst hat unsere Gruppe mit Richard und Phillip Zuwachs bekommen, dafür ging gestern Abend Manus Flieger zurück in die Schweiz. Richard ist bereits letzte Woche gekommen und wird nicht nur für die Charity arbeiten, sondern vormittags auch noch ein Praktikum bei einem Anwalt absolvieren. Da bin ich schon richtig gespannt, was für Geschichten wir zu hören bekommen und worin so die großen Unterschiede zu unserem deutschen Rechtssystem bestehen, einige konnten wir nämlich auch schon live auf der Straße miterleben😕.  Phillip hingegen hat das SabaSaba Opening leider verpasst, weil er erst gestern zu uns gestoßen ist.

So cool das Eröffnungsevent am Ende auch war, ähnlich nervenauftreibend waren auch die Tage zuvor. Zum Einen standen noch einige Arbeiten aus, die an den verschiedenen Feldern fertigzustellen waren und zum Anderen mussten wir einen Zeitplan für die Eröffnung entwerfen, die verschiedenen Teams einladen und versuchen dafür Sorge zu tragen, dass auch wirklich alle pünktlich erscheinen.  Indem wir allen Teams erzählten ihr Spiel startet 2 Stunden früher, als es tatsächlich eingeplant war, haben wir das sogar geschafft. Hatten wir beispielsweise den Anstoß auf 14 Uhr gelegt, luden wir die Mannschaften für 12 Uhr ein, was erstaunlich gut geklappt hat. Kleine Probleme gab es nur beim Basketball, wo die Teams in Eigenregie einen Turniermodus entwickelten. Dadurch wurde der Zeitplan mehr als nur ein bisschen durcheinander gebracht, was letztendlich aber niemanden störte, da alle genug Zeit zum Spielen hatten und darum ging es uns ja hauptsächlich. Insgesamt war es einfach ein tolles Event, mit spannenden Matches in allen Sportarten, vielen Zuschauern, Musik, offiziellen Reden, usw. Noch viel schöner ist es aber zu sehen, wie stark das Sportzentrum die ersten Tage genutzt wurde. Auf allen Feldern herrscht jeden Nachmittag reger Betrieb, beim Basketball sind teilweise sogar bis zu 30 Kinder, die von Spielern der Herrenmannschaft und mir angeleitet werden und es freut mich echt, dass der Center und die Trainings so gut ankommen.

Dass das alles so mehr oder weniger reibungslos ablaufen würde, konnte ich mir zuerst nur schwer vorstellen. Speziell 2 Tage vor der Eröffnung als sich auf dem Basketballfeld noch keine einzige Linie befand und Jürgen zu mir meinte, ich soll mich da bisschen dahinterklemmen und schauen, dass alles richtig aufgezeichnet wird, kamen mir so meine Bedenken. Diese beiden Tage vor dem Opening verbrachte ich dann auch überwiegend auf dem Court, was glaub ich wirklich notwendig war, denn mehr als nur einmal kam es zu kleineren „Komplikationen“. Zum Beispiel als die Grundlinie bis zum Ende des Betons durchgezeichnet wurde oder als die Arbeiter beabsichtigten, den Ring auf den Boden zu malen, weil das auf der Vorlage, die ich ihnen vorbeigebracht hatte, ungefähr so aussah. Irgendwann kam dann der Punkt an dem Richard und ich selbst zum Pinsel griffen und uns den Zeichnern anschlossen, damit die Eröffnungsspiele stattfinden konnten.

Schade finde ich, dass Jürgen nicht länger bleiben konnte, aber sein Job in Deutschland und ein paar Meetings, die er noch in Dar es Salaam wahrnehmen muss, machen das leider nicht möglich. Auf jeden Fall kennen wir uns dank ihm jetzt deutlich besser im Nachtleben hier aus.😉 Aber auch abseits davon hatten wir einige produktive Meetings über die strategische Ausrichtung der Charity und er hat mit uns ein bisschen unsere Aufgabenbereiche abgesteckt und uns den Druck genommen, als Einzelner so wahnsinnig viel verändern zu müssen. Viel mehr sollte es unsere „große Aufgabe“ sein, noch tiefer in die Kultur einzutauchen, Gespräche zu führen, Freundschaften zu schließen und voneinander zu lernen, denn sobald dann mal eine solide Vertrauensbasis zwischen den Locals und uns besteht, wird es mit Sicherheit auch einfacher eigene Ideen mit einfließen zu lassen und etwas zu bewegen. Mir hat er außerdem geholfen zu erkennen, dass ich mich bisher zu stark auf den Sport, die Trainings, usw. versteift und vieles aus der Perspektive des Leistungssports gesehen habe, was aber nicht wirklich zielführend ist und auch nicht dem Zweck der Charity entspricht. Primär geht es uns ja darum erstmal den Breitensport zu fördern und keine Talentschmiede zu entwickeln. Da ich in SabaSaba jetzt die Möglichkeit bekomme, das Jugendprogramm so ein bisschen mitaufzubauen, war es glaub ich ganz gut, dass mir das rechtzeitig klar wurde und ich jetzt mit weniger Erwartungen, dafür aber hoffentlich mit noch mehr Motivation und Spaß diese Aufgabe angehen kann.

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