Die Arbeit startet so langsam

Nach mittlerweile fast 3 Wochen, die wir nun in Mwanza sind, haben wir uns denke ich ganz gut eingelebt und finden uns jetzt auch allein halbwegs in der Stadt zurecht, zumindest auf den für uns relevanten Wegen. So langsam stellt sich auch etwas ein Rhythmus ein, was den Tages- bzw. Wochenablauf anbelangt, wobei dann natürlich zwischendrin auch immer wieder völlig neue Aufgaben dabei sind und man ständig andere Sachen zu sehen bekommt.

Dienstags, donnerstags und samstags gehen Manu und ich morgens immer nach Mirongo, wo die Charity ihren ersten Sports Center eröffnet hat. Dort warten mal mehr, mal weniger Jugendliche auf uns, mit denen wir dann Koordinations- und Individualtraining machen. Diejenigen, die tatsächlich erscheinen sind immer total motiviert und zeigen den Willen sich zu verbessern, gleichzeitig ist es manchmal aber auch nervig, wenn man um 7 Uhr aufsteht, um dann letztendlich nur einen Spieler anzutreffen. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass sich die Trainingsbeteiligung in den nächsten Wochen steigern wird, nachdem ich die Woche mal im Nachmittagstraining ein bisschen Werbung für unsere Einheiten gemacht hab. Natürlich müssen die Jüngeren frühs zur Schule gehen, deshalb arbeiten wir da eher mit Jungs in meinem Alter, deren Niveau aber zum Teil stark auseinandergeht, was das Training leider zusätzlich erschwert. Manchen sieht man sogar echt an, dass sie nicht nur über 2 Meter groß sind, sondern auch einiges an Talent mitbringen, doch auch denen fehlen viele, viele Grundlagen und koordinativ befinden sich sowieso fast alle auf dem Level von Grundschülern, weshalb wir ganz viel Zeit über der Koordinationsleiter verbringen.

So gegen 10 Uhr vormittags kommt dann unsere Projektkoordinatorin Estelle ins Freiwilligenhaus und wir halten verschiedene Meetings ab. Freitags sprechen wir beispielsweise immer über die vergangene Woche, was wir Positives bzw. Negatives erlebt haben, was wir uns für die nächste Woche vornehmen und meistens entwickelt sich daraus eine rege Diskussion. Montags diskutieren wir über unterschiedliche Themen, diese Woche waren das z.B. die kulturellen Unterschiede zwischen unseren Heimatländern und Tansania. Ansonsten geht es meistens einfach nur über Sachen die so anstehen, wie der Bau und die Eröffnung des nächsten Sports Center, das ja unter anderem durch unseren DHG-Lebenslauf finanziert wurde. Nach diesen Meetings geht jeder so ein bisschen selbstständig seinen Aufgaben nach, z.B. organisieren Garry und ich aktuell ein 3×3 Basketballturnier, das Ende Oktober stattfinden soll. Luis kümmert sich um die wöchentlichen Posts auf dem Instaprofil „sportscharitymwanza“, auch darauf könnt ihr gern mal einen Blick werfen.  Häufig versuchen wir uns danach auch noch an Swahili, bisher haben wir aber noch nicht viel mehr als Begrüßungen und einfache Fragen drauf, was aber immerhin schon für den Gemüsemarkt und das Frühstück holen reicht. Nachmittags und abends geht es dann wieder ins Training. Hier find ich es besonders cool, dass ich jederzeit sagen kann: „Ne mir reichts grad mit Basketball, heut zock ich mal beim Volleyball oder Fußball mit“ Diese Vielfalt hat mir die letzten Jahre ein bisschen gefehlt und es ist schon nochmal was anderes, wenn der Spaß tatsächlich immer im Vordergrund steht.

Die Wochenenden hingegen schauen denk ich immer etwas anders aus. Vergangenen Samstag hatten wir etwa ein Fußballspiel, für das uns Kiba Mitspieler & und eine gegnerische Mannschaft besorgt hat. Ich wurde, wahrscheinlich aufgrund meiner Größe, in die Spitze gestellt und auch wenn es mit Sicherheit nicht sonderlich elegant aussah, was ich dort vorne veranstaltet habe, konnte ich 2 Tore zu unserem 6:3 Sieg über Halotel Mwanza beitragen.

Dieses Wochenende steht jetzt eine Trainerfortbildung an, die Manu für Sonntag vorbereitet hat und für Samstag wurden wir zu einer Feier im Waisenhaus eingeladen. Darauf freue ich mich besonders, da ich mir ohnehin vorgenommen habe auch ein paar Einblicke in andere Projekte zu erlangen. Am Mittwoch bin ich deshalb auch mit Manu nach Magu gefahren (ca. 2 h entfernt), wo wir eine Privatschule besucht und zwei Trainings durchgeführt haben. Diese Schule eingeschlossen des ganzen Campus auf dem man sogar campen kann, wurde von einem Amerikaner gegründet und steht nur der Unter- / Mittelschicht zur Verfügung. Sie verfolgt ein völlig anderes Konzept, als die staatlichen Bildungseinrichtungen und es war wirklich cool zu sehen, was man hier alles erreichen und verändern kann. Dass den Kindern andere Werte vermittelt werden hat man auch später in den Einheiten gemerkt. Zwar waren die Grundschüler ziemlich aufgedreht und unkonzentriert, doch gerade bei den Secondaries hat sich gezeigt, dass sie wahnsinnig aufmerksam, diszipliniert und vor allem dankbar für unser Training waren, obwohl wir noch nicht mal groß was vorbereitet hatten.

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