Die ersten Tage

Nach unserer 24 Stunden Anreise, die allerdings ziemlich entspannt verlief und drei mit Informationen und Eindrücken vollgepackten Tagen, finde ich nun das erste Mal die Zeit ein bisschen was darüber zu schreiben. Natürlich kann ich noch nicht viel über unseren Tagesablauf berichten, das wird sich wahrscheinlich auch erst in den nächsten Tagen bzw. Wochen herausstellen aber von der Stadt und speziell unserer Unterkunft + näherer Umgebung konnte ich mir denk ich schon ein relativ gutes Bild machen.

Um ehrlich zu sein hab ich mir Mwanza anders vorgestellt. Zwar war ich darauf vorbereitet in einer etwas anderen „Welt“ zu landen, aber trotzdem hatte ich stärker das Bild einer Stadt vor Augen, natürlich nicht mit unserer europäischen Infrastruktur aber vom Aufbau her doch prinzipiell ähnlich. Diese Vorstellung trifft so wirklich lediglich auf den Stadtkern zu, wo es auch einige größere Hotels und ähnliches gibt. Von dort aus führen aber eigentlich in fast jede Richtung gut ausgebaute Straßen, an denen sich Viertel bzw. eher kleine Dörfer aneinanderreihen. Auf jeden Fall ist das Stadtbild eher ländlich geprägt und es kann durchaus sein, dass man sich auf einer Nebenstraße schnell mit einer Gruppe Ziegen wiederfindet. Ich persönlich finde das aber ziemlich cool, weil ich den Eindruck habe, dass dadurch ein größeres Gemeinschaftsgefühl zwischen den Leuten besteht. Außerdem erreicht man trotzdem schnell das Zentrum mit den DalaDalas (Vans in die sich gerne auch mal noch 5 Leute reinquetschen wenn alle Plätze schon belegt sind) oder den PikiPikis (Motorradtaxis und mit Abstand die schnellste Option, da ihre Fahrer keine roten Ampeln und auch sonst keine Verkehrsregeln kennen). Die Preise sind zudem äußerst moderat, im DalaDala zahlt man 400 Schilling, was umgerechnet nicht mal 16 Cent sind und die PikiPiki-Fahrer nehmen meist zwischen 2000 und 3000 TZS, was in etwa einem Euro entspricht.

Unsere Unterkunft, das Freiwilligenhaus liegt definitiv deutlich über den tansanischen Verhältnissen, wofür ich echt dankbar bin. Zwar sind die Zimmer recht klein und können außer einem Stockbett, einem Schrank sowie einem kleinen Tisch nicht viel vorweisen, allerdings braucht man m.M.n auch nicht viel mehr. Die Freizeitmöglichkeiten, die das Haus bietet entsprechen allerdings in jedem Fall europäischen Standard. Neben einer Dartsscheibe, einem Billardtisch und einer Tischtennisplatte im Garten, gibt es sogar eine Playstation mit der man dank eines Beamers im Kinoformat FIFA zocken kann. Und dann gibt es sogar noch ein kleines HomeGym mit zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Gewichten, die allerdings auch ihren Zweck erfüllen. Neben Luis und mir bewohnen aktuell noch Manu (Sportlehrer aus der Schweiz), Gary (ehemaliger Fußballprofi aus Florida, der mittlerweile aber in Finnland lebt), sowie Jona und Josephine (Pärchen aus Heilbronn, das witzigerweise bereits im Flieger neben uns saß) das Freiwilligenhaus. Auch wenn die alle schon ein gutes Stück älter sind als wir, sind sie wirklich cool drauf und ich glaube, dass es echt eine mega fette Zeit werden kann.

Gestern Mittag war ich dann noch mit Gary in der Stadt unterwegs. Nachdem wir uns erst in einem riesigen Straßenmarkt verirrt hatten, standen wir auf einmal vor einem der großen Hügel mit Felsen, die hier überall zu finden sind (nicht umsonst wird mwanza auch Rock City genannt). Jedenfalls beschlossen wir den Hügel hinaufzulaufen wobei wir erst feststellten, dass zwischen den Felsen Hütten sind und so standen wir plötzlich in der Küche einer tansanischen Familie. Deren Jungs waren so nett uns hoch auf den Hügel zu führen, wo ein altes von Security bewachtes Haus aus der deutschen Kolonialzeit stand. Die Security Männer haben uns dann eine Tour durch das Haus gegeben und gemeint, dass dort der deutsche Councilor gewohnt haben soll. Insgesamt echt eine coole Sache, weshalb wir ihnen dann auch ein bisschen was gegeben haben, als sie uns nach Geld gefragt haben.

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